Geschichte

Die katholische Gemeinde St. Agnes wurde 1925 gegründet, ihre Kirche war nur provisorisch in einer Reitbahn in der heute nicht mehr bestehenden Hollmannstrasse untergebracht. 1945 wurde das dichte Wohngebiet in der westlichen Luisenstadt (das Gebiet zwischen der Alten Jakobstrasse, der Skalitzer Strasse und der Spree) und in der benachbarten südlichen Friedrichstadt durch Bombardierung buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht. Die Gemeinde verlor ihren Kirchenraum und zählte nach dem Krieg nur noch 400 statt der ehemals 4000 Mitglieder.

1956-62 realisierten Wils Ebert und Klaus Müller Rehm auf den Trümmergrundstücken zwischen Alexandrinenstrasse und Alte-Jakobstrasse die Otto-Suhr-Siedlung und die Wohnanlage Luisenstadt "Spring Projekt" aus achtgeschossigen Zeilenbauten und einigen sechzehngeschossigen Wohnhäusern. Innerhalb dieser Wohnanlage ließ die Gemeinde ihr neues Zentrum 1964-67 von Werner Düttmann, damals Senats-Baudirektor der Stadt Berlin, an der Alexandrinenstrasse errichten.

In der Zeit von 2003 bis 2006 wurden im Erzbistum Berlin aus pastoralen, strukturellen und finanziellen Erwägungen zahlreiche Pfarrgemeinden zusammengelegt. Im westlichen Kreuzberg betraf das die Gemeinden St. Bonifatius, St. Agnes und St. Johannes. Während die Johannesbasilika durch die polnische Gemeinde weitergenutzt wird, wurde der Standort St. Agnes im Jahr 2005 von der Pfarrgemeinde aufgegeben. Gemeindliche Aktivitäten wurden nach St. Bonifatius verlegt, die Kirche profaniert und vermietet. Von 2005 bis Anfang 2012 mietete das freikirchliche Missionswerk „Cross Continental Missions“ das gesamte Gemeindezentrum an, die Wohnungen wurden teilweise an den Betreiber eines Gästehauses untervermietet.

Nach Erwerb vom Erzbistum Berlin in 2012 durch die ST. AGNES GmbH hat Architekt Arno Brandlhuber unter Berücksichtigung der architekturhistorischen und kirchengeschichtlichen Bedeutung ein Nutzungskonzept entwickelt, das mit möglichst geringen Eingriffen in den Bestand durch Riegler Riewe Architekten realisiert worden ist.